Dentalwerkstoffe von Amalgam bis Kunststoff

Bei der Entwicklung geeigneter Dentalwerkstoffe haben Wissenschaft und Dentalindustrie in den letzten Jahrzehnten Pionierarbeit geleistet. Ihr Zahnarzt und Zahntechnik RAPPE verfügen über eine Vielzahl sowohl biologisch als auch technisch hochwertiger Werkstoffe.

Welches Dentalmaterial für Sie das Beste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten – je nach individueller Situation fällt die Einordnung unterschiedlich aus. So hängt die Auswahl des Dentalmaterials unter anderem vom Befund, der Verträglichkeit, den ästhetischen Vorstellungen und persönlichen Präferenzen jedes Patienten ab.


Anforderungen an Dentalmaterialien

Verträglichkeit:
Ob ein Werkstoff biologisch verträglich ist, hängt davon ab, wie viele und welche Substanzen er freisetzt. Bei metallischen Werkstoffen ist zu berücksichtigen, dass sie durch die Wechselwirkung mit dem Speichel elektrisch positiv geladene Metallionen freisetzen. Physiologisch ist dies ohne Bedeutung und führt auch zu keiner Erkrankung. Der Patient kann es jedoch als störend empfinden.

Mechanische Eigenschaften:
Um der Belastung beim Kauen standzuhalten, muss Zahnersatz stabil und bruchsicher sein. Materialien, die für Kauflächen verwendet werden, müssen verschleißfest sein, um einem Abrieb durch Speisen und Gegenzahn langfristig zu widerstehen. Auch die Zug- und Biegebelastbarkeit spielt eine Rolle.

Optische Eigenschaften:
Zähne schimmern auf eine besondere Art und Weise. Dieser zahntypische Glanz entsteht durch die lichtdurchlässige Zahnhartsubstanz. Die optische Wirkung der Zähne ist daher nicht allein durch die Farbe gegeben – das einfache Lackieren einer Metallkrone genügt nicht! Ein „zahnfarbenes“ Ersatzmaterial muss deshalb neben der Farbe auch diese Transluzenz nachahmen, um das Auge zu täuschen.

Verarbeitung:
Die Herstellung modernen Zahnersatzes erfordert zum einen großen technischen Aufwand, zum anderen umfassende Fertigkeiten des Zahntechnikers. Die Werkstoffe müssen zunächst formbar sein und dann aushärten. Die Faktoren, wie dosiert wird, wie die Temperatur beim Gießen geführt wird und in welcher Zeit und mit welcher Technik der Zahnersatz hergestellt wird, beeinflussen die Qualität des fertigen Ersatzes. Sie bestimmen, inwieweit er biokompatibel, funktionstüchtig, ästhetisch ansprechend und beständig ist.


Anwendung dentaler Werkstoffe


Füllungswerkstoff Amalgam:
Welcher Werkstoff verwendet wird, hängt davon ab, wie groß der Zahnschaden ist.
Füllt der Zahnarzt einen defekten Zahn direkt im Mund, steht ihm als Füllungswerkstoff Amalgam zur Verfügung.
Amalgame sind silberfarbene Mischungen von Quecksilber mit einem Pulver aus einer Silber-Zinn-Kupfer-Legierung. Die Ausführungen zur Verträglichkeit dentaler Werkstoffe gelten ausdrücklich auch für die modernen kupferreichen (gamma-2-freien) Amalgame. Allergien gegen Amalgam, genauer gegen seine Legierungskomponenten, sind bekannt, aber selten.

Zahnersatz-Werkstoffe:
Für den Zahnersatz benötigt der Zahntechniker metallische Werkstoffe, Keramiken und Kunststoffe in einer Vielzahl von Varianten. Für Kronen, Brücken und partielle Prothesen werden meist mehrere Werkstoffe verwendet.

Metallische Werkstoffe:
Metallische Werkstoffe für Dentalzwecke sind mit wenigen Ausnahmen Legierungen, also Mischungen mehrerer Metalle. Ihre Bezeichnung richtet sich nach dem Hauptbestandteil. Die herkömmlichen Goldlegierungen enthalten mindestens 75% Gold. Aus Kostengründen finden sich auch goldreduzierte Legierungen sowie silberfarbige Palladium-Legierungen. Diese Edelmetall-Legierungen werden praktisch ausschließlich für festsitzenden Zahnersatz (Inlays, Onlays, Kronen und Brücken) verwendet.

Auch Legierungen auf Nickelbasis werden für festsitzenden Ersatz verwendet. Diese Nicht-Edelmetall-Legierungen sind im Vergleich zu den Legierungen aus Edelmetall wesentlich formstabiler und nur etwa halb so schwer, jedoch aufwendiger zu vergießen.

Gerüste für Teilprothesen beispielsweise fertigt der Zahntechniker nahezu ausschließlich aus Kobalt-Legierungen. Implantate sind überwiegend aus Titan gefertigt.

Keramische Werkstoffe
Keramische Werkstoffe sind lichtdurchlässig und lassen sich mit Pigmenten sehr differenziert einfärben. Keramiken werden vorwiegend als Verblendmaterialien, aber auch für Inlays verwendet. Sie imitieren die Zahnhartsubstanz so perfekt, dass es schwer fällt, den Zahnersatz von natürlichen Zähnen zu unterscheiden. Zahnfarbene Keramiken können härter sein als Zahnschmelz. Von allen Dentalwerkstoffen werden Keramiken am besten vertragen; Allergien gegen Keramik sind nicht bekannt.

Kunststoffe
Kunststoffe auf Acrylatbasis sind glasklar und damit sehr lichtdurchlässig. Durch Zugabe von Pigmenten lassen sie sich hervorragend einfärben. Schleimhautfarbene Prothesenkunststoffe komplettieren die Metallgerüste für Teilprothesen und bilden die Zahn tragenden Basen von Totalprothesen. Aus zahnfarbenen Kunststoffen, die durch Glas- und/oder Quarzpartikel verstärkt sind, werden künstliche Zähne für Teil- und Totalprothesen hergestellt. Der Zahntechniker nutzt sie außerdem für Inlays sowie zur Verblendung von Kronen und Brücken. Da sie im Vergleich zu den Keramiken schneller verschleißen, sind Kunststoffverblendungen jedoch nur noch in Sonderfällen zu empfehlen.